Ragout
oder
Wie das Damwild zu seinem Namen kam

Bei 26, aber für mich gefühlten 49 Grad, schlug ich heute nach dem Feierabend erst im Flur, dann in der Küche auf. Wie immer, wenn wir uns „ein Weilchen“ nicht gesehen haben, erzählen wir uns, was der Tag so brachte….

Da unsre Katzen seit 2 Wochen nicht mehr damit zufrieden sind, dass wir ihnen 2x am Tag Feuchtfutter in die Schüsseln drapieren, ..nein, nein,….Mr. Hulk und Lady Flummi Speed, zeigen jetzt 4x mit Nachdruck, dass sie echte Fresssäcke sind.
Peter meinte: “Ach, ich war dann mal bei Fressnapf und hab ne 20er Packung leckerstes Futter (nimmt Peter an, probiert hat er es nicht…) geholt, da steht „Ragout“ drauf. Was auch immer Katzenfutterragout sein soll“
Ich meinte:“ Na, dass ist wie Hühnerfrikassee..Huhn gewürfelt, geschnitten, oder in Rauten verarbeitet und das Ganze dann mit VIEL Soße. Oder wie Rehgulasch.
Ich liebe Wildgerichte und meinte zu Peter:“ Ich steh total auf Hirschfleisch.. oder Wildschwein“.
Peter:“ Wo is’n da im Gulasch der Unterschied? Schmeckt beides nach Wild“.
Ich kann meinem Mann ja viel erzählen, wenn der Tag lang ist, nur glaubt er mir nicht unbedingt alles und hat es sich zur Gewohnheit gemacht, hie und da, doch nochmal nachzuhaken.
„Wieso heißt das Damwild eigentlich Damwild ?“

„Naja“, sag ich, „die Urhirsche und deren scharfen Rehweiber, wuchsen in der Nähe eines Dammes auf.
So wie der Sachsendamm, der Kottbusser Damm oder der in Britz.“
Peter war kurz in sich gekehrt und überlegte. „ Sind für Dämme nicht eigentlich die Biber zuständig ?“ Worauf ich sofort wohlwollend nickte und Peter mit der absoluten Wahrheit konfrontiert habe: „ Ja, dass sind die 12-Ender-Biber, aber was Du bei all dem jetzt verbal nicht unter dem Tisch liegen lassen solltest, ist die Tatsache, dass die musikalischsten der „geweihten“ Waldbewohner, als Damterramtamdamhirsche bekannt sind.
Ich verstehe bis heute nicht, dass selbst Heinz Sielmann, schlaumeierigster Wissensgorilla aller Fauna, nie ein Wort über sie verloren hat…

Ich teile ja immer gern und oft mit, dass ich ein Kind aus Franken bin.
Schon damals, wenn bei uns in der Kleinstadt Schützenfest war und am Abend im Festzelt Bands spielten, wurde jedes mal musikalisch der Hirsche gedacht:
„Weine nicht wenn der Regen fällt, dam..dam Damwild..“

Bis heute, ist es wohl noch nicht in die Öffentlichkeit vorgedrungen, aber der eigentliche Entdecker und somit König dieser possierlichen Tiere, ist :
Jean-Claude van Damme

Übrigens: Vorhin entdeckte ich an den frisch geputzten Küchenfenstern, 3 nougatbraune, dicke Flatschen an der Außenseite.
Da hat uns doch tatsächlich der seltene Kakaovogel, ans Fenster geschissen.

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