Ein Polizist griff vier Leute gleichzeitig in der Rigaer Straße an

So begann ein post auf indymedia, nachdem ein Kontaktbereichsbeamter, der einen Falschparker aufschrieb, von wem auch auch immer, angeriffen wurde.

Erstmal kurz das, was tatsächlich bekannt ist, ins Gedächtnis gerufen …

Ein Kontaktbereichsbeamter schreibt einen Falschparker auf und wurde von zunächst zwei Leuten mit den Worten, er solle sich hier verpissen, körperlich attackiert. Dort finden sich natürlich schnell Sympathisanten, so dass schließlich 4 Leute auf diesen Polizisten losgehen. Ich finde hierbei unerheblich, ob er danach seinen Dienst fortsetzen konnte.

Oder auf der Intensivstation behandelt werden musste.

Hatten wir hier übrigens auch schon.

Für diejenigen, die mit dem Begriff nichts anfangen können, ein Kontaktbereichsbeamter ist ein in der Regel älterer Kollege, der die letzten Jahre vor seiner Pension nicht im Funkwagendienst aufgeraucht werden, sondern einfach mal geregelt arbeiten soll und der Ansprechpartner für die Anwohner in seinem Bereich ist.

Der „Angreifer“ war 53 Jahre alt …

So ein Kollege geht also durch die Rigaer Straße und ahndet einen Falschparker …

OH MEIN GOTT.

Wie kann man denn jemanden ahnden, der sich nicht an die Regeln hält? Es ist schließlich die Rigaer Straße, in der „Wohnprojekte tapfer verteidigt werden“ (Zitat Radio Fritz).

Hier gelten bestehende Gesetze also nicht mehr. Oder verstehe ich das jetzt falsch?

Andere Radiosender feuern gute Moderatoren, die sich ein wenig ungeschickt ausdrücken, hier geht’s aber schließlich um alternative Wohnprojekte, die verteidigt werden müssen. Und sei es gegen diejenigen, die bestehende Gesetze durchsetzen.

Martin Kesici ist für eine voreilige Formulierung von seinem ehemaligen Arbeitgeber kaltgestellt worden, die unverfänglicher war …

Im Anschluss macht sich der gleiche Radiosender (Fritz) lustig über den Kräfteansatz. Kann ich machen, wenn ich provinziell denke. Aber jeder, der Berlin seit mehr als einem Jahr kennt, weiß, dass die Rigaer Straße auch schnell mal unlustig werden kann. Aber wenn ich in einer Sende- Kammer in Potsdam sitze, muss ich sowas wohl nicht wahrnehmen.

Es fallen also als Konsequenz am Abend 500 Polizisten in dieses „Wohnprojekt“ ein.

Alle überschlagen sich mit ihren Hasstiraden, wie man denn mit so vielen Leuten „alternative Projekte“ drangsalieren könne … Ich frag jetzt mal, hätte ein Funkwagen vorfahren sollen, der dann von 8 Gewalttätern angegangen wird?

Der Ton macht die Musik.

Oder auch, wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.

Stärke zeigen war die einzig richtige Konsequenz aus dieser Situation. Wir können einfach nicht zulassen, dass einige wenige sich hier ihren rechtsfreien Raum schaffen und diejenigen, die gesellschaftlich anerkannte Normen und deren Gesetze durchsetzen, vertrieben werden sollen.

Punkt.

Was war die Essenz dieser Aktion?

Die linke Szene machte sich darüber lustig, dass Feuerlöscher beschlagnahmt wurden. Sicherlich sind Feuerlöscher an sich erstmal ne gute und auch wichtige Sache … vor dem Hintergrund, dass genau von dieser Szene Feuerlöscher eingesetzt wurden, um Polizisten zu besprühen, macht das ganze doch ein etwas anderes Bild.

Feuerlöscher binden den Sauerstoff in der Luft, um ein Feuer zu ersticken.

Oder Polizisten ersticken zu lassen.

Wer es nicht kennt, dem empfehle ich mal ne kurze Dosis Pulverlöscher direkt ins Gesicht.

Fühlt sich ziemlich Scheisse an, keine Luft mehr zu bekommen.

Was war noch auf dem Hinterhof?

Einkaufswagen und Plastikwannen mit Pflastersteinen.

Sicherlich könnte man vermuten, da es sich ja um ein „alternatives Wohnprojekt“ handelt, dass hier ein neues Gesellschafts- oder Rollenspiel in Planung ist, bei der man entweder an kompliziert angeordneten Steinen vorbei ein veganes Statement zur Situation der Königspinguine tanzen muss, oder eine eine neue hardcore-Variante von Boule ins alternative Leben rufen will.

Man könnte allerdings auch vermuten, dass man so schnell wie möglich viele Wurfgeschosse an einen relevanten Ort bringen möchte .

Und die Krähenfüße?

Da habe ich als erstes die Variante der Aktionskunst im Kopf :

Bei starkem Wind werden die Krähenfüße von einem Dach auf die Straße geworfen, um einen Film zu machen, der zeigt, wie sich in slo-mo die Krähenfüße geradezu spielerisch im Wind bewegen …. dazu noch ne dramatische Musik. Ton Steine Scherben oder so.

Vielleicht liest auch jemand die Zukunft aus der Art, wie die Krähenfüße fallen, oder der Höhensatz des Euklid sollte anhand dieser geometrischen Gebilde veranschaulicht werden.

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Vielleicht sollten sie aber auch auf der Straße verteilt werden, um Einsatzfahrzeuge der Polizei lahmzulegen, die Polizisten zum Absitzen zu bewegen, um sie dann mit den Steinen und dem Feuerlöschpulver einzudecken.

… wer weiß das schon.

Ich weiß es nicht, aber ich hege da einen unterschwelligen Verdacht…

Aktuell hat die autonome Szene zwei Autos in Brand gesetzt, da sie angekündigt hat, aufgrund der Aktion der Polizei (die nach wie vor eine Antwort darauf war, dass ein 53 Jähriger von 4 Autonomen gleichzeitig attackiert wurde) mit einer Million Euro Schaden zu beantworten … beide Autos wurden von der Szene mit 220.000 Euro beziffert, aber wenn ich als als Autonomer bei Mutti wohne, muss ich schließlich nicht wissen, was Autos kosten, Mutti und der Staat bezahlen ja sowieso.

Der eigentliche Wert, der beiden Autos liegt bei Neuwert 150.000 €.

Beide Besitzer der Autos haben diese vermutlich hart erarbeitet, also was ist eigentlich die Motivation dieser Szene?

Soll es darum gehen, dem System zu zeigen, dass die Szene stärker ist? Dann wäre die direkte Auseinandersetzung mit den Organen des Staates Pflicht.

Kann aber AUA machen.

Weil ich mich mit Leuten anlege, die besser sind. Leute, die trainieren, keine Angst vor Fleisch haben und schon lange nicht mehr bei Mutti oder in einer „ich-kann-veganen-Kuchen-backen“ – WG leben.

Soll es darum gehen, dezentrale Anschläge zu verüben, um die innere Sicherheit ins Wanken zu bringen? Das wäre dann die bekannte Guerilla-Taktik, die dem Terrorismus gleichzusetzen ist … wobei die Guerilla-Taktik auch die direkte Auseinandersetzung vorsieht. Also auch nicht …

Sollte es tatsächlich sein, dass diese Brandstifter einfach verblendet und dumm sind? Dass sie nicht über Tellerrand ihrer veganen Diskussions – und Selbsthilfegruppe hinausschauen können?

Ich denke, wer sich zu viert einen 53 jährigen vornimmt, um ihn zu verprügeln, hat einfach mal die Evolution nicht verstanden.

Die hat das Recht des Stärkeren festgesetzt.

Andererseits sind Coyoten auch ziemliche looser und können nur im Rudel jagen …

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