Berlin bekommt eine Anti-Terror-Taskforce

Ist unter den derzeitigen Terror-Meldungen sicherlich erstmal eine gute Idee …

aber ich maße mir an, zu hinterfragen.

Ich stelle mir ein Szenario vor, wie es gerade in Paris war:

„Funkwagen xy …. wir haben eine Meldung über einen Überfall mit automatischen Waffen auf das Lokal abc …. Sie fahren“

Puh …. wer will solch einen Einsatz bekommen?

Berlin hat bei den Hundertschaften eigentlich genug Leute, die das Training und die Ausbildung erfahren haben, in extremen Situationen situationsgerecht zu reagieren. Das Problem bei möglichen Anti-Terror-Einsätzen ist einfach die Ausrüstung und die Zentralisierung.

Nehmen wir als Beispiel Paris oder Wien.

Dort sind sehr speziell ausgebildete und ausgerüstete Beamte im „normalen“ Dienst unterwegs.

Zum Verständnis, wenn ich einen Wagen irgendwo im Stadtgebiet habe, der zumindest personell in der Lage wäre, eine extreme Einsatzlage zu händeln, so braucht dieser Wagen (mit 6-8 ausgebildeten Polizisten), einiges an Zeit, um den Krisenherd zu erreichen.

Würde ich diese Beamten, auf ihre Ausbildung gerichtet, ausstatten und versuchen, sie im Stadtgebiet so zu verteilen, dass es keine halbe Stunde dauern würde, bis sie eintreffen, hätten wir eine ähnliche Situation, wie in Paris oder Wien. Einsatz wird ausgerufen und innerhalb weniger Minuten wären zumindest einige Kollegen mit entsprechender Ausbildung und Ausrüstung am Einsatzort.

Die Kollegen im Funkwagen, sind grundsätzlich immer als erstes an jedem Einsatzort. Bis allerdings die Spezialkräfte eintreffen, um jene Kollegen im Funkwagen beschützen zu können, sind diese Kollegen, in solch einem Szenario, inzwischen hingerichtet.

Zurück zum Einsatz.

Du fährst also als Funkwagen diesen Einsatz. Dein Kollege ist 58, wiegt 120 Kilo und wartet eigentlich auf seine Pension. Oder ist 23, gerade 6 Monate aus der Ausbildung raus und hat noch nie im Einsatz die Waffe in der Hand gehabt.

Wenn Du die Zeit hast, fragst Du, ob Er/Sie/Es bereit ist, die MP einzusetzen und jemanden zu erschießen. Und hast eigentlich schon Angst vor der Antwort.

Dein Adrenalin pumpt und Du denkst Dir nur noch, dass Du mehr oder weniger heile nach Hause kommen willst.

Wenn Du Glück hast, fährst du selber … und kannst taktisch sauber anfahren, ohne gleich im Wagen zu sterben.

Klar trägst Du ne Schutzweste, die aber niemals dafür ausgelegt war, ne 7.62 abzufangen. Wir tragen diese scheiß schweren Westen, die angeschafft wurden, um die Munition der Makarow abzufangen. Das waren damals „Copkiller„. Es gab allerdings niemals einen Plan, dass sich Polizisten mit Kriegswaffen auseinandersetzen sollen.

Ankommen, aussteigen und sofort Ziel sein …. so’n Blaulicht ist natürlich markant. Du hättest Leute vor Dir, die sterben wollen und mit Kriegswaffen ausgerüstet sind. Dein Kollege hat mal im Fernsehen geseh’n, dass es Sinn macht, sich hinter der Tür zu verstecken. Schade. Ich mochte ihn.

Und dann mit ungeeigneten Waffen und Munition gegen Terroristen standhalten, bis eine unterbesetzte Spezialeinheit kommt, um Dich zu retten …. Berlin, the place to be !

Der Plan ist, eine neue Anti-Terror-Einheit aufzubauen, die bei solchen Einsätzen nicht erschossen wird.

Gesprochen wird von 45 Leuten für die ganze Stadt.

Lasst uns kurz rechnen: Um einen Beamten 24/7 im Dienst zu haben, müssen nach Abzug von Urlaub und Standardkrankheit über 4 Stellen geschaffen werden. Das bedeutet, dass ca 10 bis 12 Spezialkräfte im Dienst wären … für die ganze Stadt. Vorausgesetzt, niemand ist krank. Sogar Polizisten können mal krank werden.

Dafür sollen 5,4 Millionen € eingesetzt werden … und die Funkwagenbesatzung wird immer noch weiter verbraten.

Ich denke, dass dieser Denkansatz deutlich an der Realität vorbei geht.               Würde es nicht auch Sinn machen, diejenigen, die immer als erste am Brennpunkt sind, besser auszurüsten?

Die meisten von uns haben Familie, die uns, nach verdammt noch mal jedem Einsatz, gerne wiedersehen möchte.

Musste jetzt sein …

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