Aufmerksamkeit lässt sich durch Vielerlei erreichen. Graffiti…?! Das sind doch Verbrecher, die vermummten Wandbeschmierer, die bei Nacht und Nebel alles zusprühen und sich lautlos davon schleichen..?!
Mir ist sofort der bekannteste „unbekannte“ Streetartkünstler Banksy eingefallen, der mit sogenannte Schablonen-Graffitis – weltweit bekannt ist. Seine Arbeiten dürften die meist fotografierten Kunstwerke im Graffitibereich sein und werden mittlerweile sogar unter Plexiglasscheiben vor Zerstörung geschützt.
Etwas Wunderbares und von Bedeutung für die Künstler und Interessierte der Berliner Graffiti-Szene, wurde auf öffentlichem Raum auf dem Alexanderplatz Berlin initiiert. Als Projekt, organisiert vom Platzmanagement Alexanderplatz, konnte in Koordination mit dem Graffiti Archiv der Jugend e.V. diese Aktion umgesetzt werden.
Das Kinder- und Jugendbüro in Berlin Mitte, hat ebenso einen großen Anteil daran, dass es so realisiert werden konnte.
Arie Shulov, vom Moabiter Ratschlag und in persona das Platzmanagement Alexanderplatz, erzählt, dass gemeinsam nach einer legalen Möglichkeit gesucht wurde, wo sich junge Menschen künstlerisch “sprühend” entfalten können.
Der Kontakt zu Künstlern und Sprayern soll bei dieser Aktion Jugendlichen unter dem Motto “Respect” erleichtert werden. Das Alter spielt hier nicht die geringste Rolle, das respektvolle Miteinander und das gemeinsame Ziel, die Umsetzung und Verwirklichung von Kreativität steht absolut im Vordergrund. Der Alexanderplatz soll attraktiv für Jugendliche sein. Ein Ort, an welchem sich Jugendliche nicht verdrängt fühlen, sondern durch solche Aktionen eine Wiederbelebung dieses Platzes erfahren, in dem sie sich auch in Zukunft im Bereich Kunst, Sport und Kultur, auf dem Alex aktiv entfalten können.
Dies ist ein Ziel für die Zukunft, sagt Arie Shulov. Wer seine Firma oder “Anderes” kreativ mit Graffiti aufmotzen lassen will, kann sich mit dem Graffiti Archiv in Verbindung setzen. Aufträge werden gerne entgegengenommen. Ebenso sind die Künstler vom Graffiti Archiv für das kostenlose Zur-Verfügung-Stellen von Wänden extrem dankbar, da diese im Rahmen für Workshops  regelmäßig neu gestaltet werden. Spenden sind herzlichst willkommen und in diesem Verein richtig gut angelegt. Für Graffiti-Touren mit Schulklassen, Forschern und Interessierten ist man hier an bester Adresse.
„Age Age“, eigentlich Hannes H., ein junger, sehr talentierter Berliner Künstler in der Szene, der ebenfalls aktiv beim Aufbau und Start der Aktion dabei war und sich nicht nur mit Spraydosen bewaffnet, sondern sich auch mit Illustration, Charakter- und Grafikdesign auskennt, sagt:” Durch verschiedene Vorkommnisse am Alexanderplatz, wie der Tod von Jonny, war es Ziel der Aktion, den Respekt der Jugendlichen untereinander wieder herzustellen.”
Mein Bild symbolisiert zwei Parteien, durch die Symetrie und dem figürlichen Vogel in der Mitte wird deutlich, dass man sich, auch im Streitfall, immer mit Respekt gegenübertreten sollte und somit ein Stück von sich selbst im Anderen sehen sollte”.
Markus Bülow hat mit uns gesprochen. Er ist – natürlich – Sprayer aber auch Illustrator und hat im Februar für die Science Fiction Anthology “Fieberglasträume” die Illustration angefertigt. Für die Aktion “Respect” am Alex hat er  ein Bild gesprüht. Ein Polizist hält einen Punk im Arm. Verständnis und Respekt. Herzlichkeit ohne Vorurteil. Empathie auf Augenhöhe.
Kunst ist frei und sie wird es immer sein.
Wir wünschen allen Akteuren, Veranstaltern, Teilnehmern und Verantwortlichen die Power, mit Kreativität und Engagement ganz besonder in der Zukunft, was sich jeder wünscht:
Aufrichtigen Respekt.
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